Demonstration gegen die AfD in Münster
Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Leser meines Blogs kennen meine politischen Einstellungen und wissen vor allem von meiner Abneigung der AfD. Am gestrigen Sonntag fand die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt statt, bei der die AfD leider ihr bestes Ergebnis von knapp 43,8% der Stimmen einfahren konnte. Eine Überraschung ist das nicht gewesen. Trotzdem ist es noch mal was anderes, wenn es dann wirklich passiert.
Schon heute Morgen wurden daraufhin Demonstrationen im ganzen Land angemeldet. Die Ziele die mir am wichtigsten sind:
- Zeichen setzen: Niemand soll glauben, dass der Wahlerfolg dieser schlimmen Partei aufs ganze Land anwendbar ist. Nach wie vor lehnt ein erschlagender Teil der Bevölkerung diese Partei ab. Durch solche Demonstrationen ruft man das in der Öffentlichkeit immer wieder in Erinnerung, was sehr wichtig ist.
- Mehr Druck für ein Verbotsverfahren: Die Idee eines Verbotsverfahren seht schon seit mindestens einem Jahr im Raum. Schnell hört man dann zaghafte Begründungen, wieso das keine gute Idee sei und die AfD am Ende davon sogar profitieren könnte. Ich halte das für fadenscheinige Argumente und finde, dass das kein Grund ist, kein Prüf-Verfahren durchzuführen.
Die Demonstration

Es startete um 18 Uhr. Schon 15 Minuten vorher hatte sich der Platz an der Stubengasse mit vielen Menschen gefüllt - und ich mitten drin. Jedes mal fasziniert es mich aufs Neue, wie viele unterschiedliche Menschen sich bei solchen Demonstrationen begegnen. Einerseits sieht man viele bunt und eher alternativ gekleidete Leute, aber andererseits auch wieder ältere Herren, die sich die Reden sehr interessiert anhören und vom Optischen eher konservativ wirken. Aber so leicht kann man (ich) sich noch immer von Äußerlichkeiten täuschen lassen. Und dazwischen laufen dann ältere Damen daher, auf deren Plakaten “Oma gegen rechts” steht.
Leider wurde im Vorhinein wohl kein Soundcheck gemacht. Auch wenn ich nur zwanzig Meter von der improvisierten Bühne stand, fiel es mir sehr schwer, zu verstehen, was gesprochen wurde. Ein Blick auf die Leute um mich herum zeigte mir, dass ich damit nicht alleine war. An der Stelle wäre also auf jeden Fall Optimierungspotential fürs nächste mal. Auf der anderen Seite weiß ich aber auch, dass die Veranstaltung recht kurzfristig zu Stande kam und sowas dann vielleicht schnell mal hinten rüber fällt. Am Mikro sprachen die Veranstalter der Demonstration vom Bündnis Keinen Meter den Nazis, Vertreter von Gewerkschaften (z.B. ver.di), direkt Betroffene und nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung um 19 Uhr hatte ich das Gefühl, dass es noch ein Open Mic gab.
Dies war nicht die erste Demonstration, an der ich Teil genommen habe. Früher ging ich im Rahmen von Artikel 13 viel auf die Straßen in Berlin, Köln und Münster, später dann zur Demonstration gegen den Neujahrsempfang der AfD in Münster. Diese Veranstaltungen geben mir immer wieder Hoffnung. Denn auch wenn die Situation im Land desaströs wirkt, so merkt man hier, dass doch nicht alle den Verstand verloren haben.
