Ankunft in Kyjiw

Dieser Beitrag ist Teil einer Reihe an Berichten über unsere Ukraine-Reise 2026. Einige davon stammen auch von meinem Freund Alex, mit dem ich unterwegs war.

Wappen der Ukraine

29.07.2026, 16:53 Uhr: Noch ungefähr acht Minuten Fahrt bis zur Ankunft.

Aus Richtung Süden kommend ist die Stadt, heute an einem schönen Mittwochabend im Juli, in Gold getaucht. Wie es sich für die Moetropole am Dnepr gehört, herrscht reger Betrieb auf den Straßen - trotz der Hitze. Gerade im Sommer wird die Stadt Anziehungspunkt für viele, die ihren grauen Alltag für einige Augenblicke hinter sich lassen möchten.

Stempel der Ukraine-Ein- und Ausreise im Reisepass
Stempel im Reise­pass sehen immer cool aus

Auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches für eine europäische Hauptstadt. Aber unter dem luftig leichten Gefühl des Sommers liegt die Angst und die Ungewissheit des Krieges - Der Krieg, der seit 2022 mit aller Härte gegen die Ukraine geführt wird. Ein ungerechtfertigter Krieg der heute schon hunderttausende Opfer gefordert hat. Frauen, Kinder und Münner, deren einziges Verbrechen es war, Ukrainisch zu sein.

Ein kurzer Moment des Inne haltens; Fuck! Seit vier Jahren läuft das Ganze hier, denke ich. Was für eine unnötige Scheiße.

Da! Der Bessarabienplatz! Hier rechts und dann noch 800 Meter bis zum Maidan!

Ruft Marius voller Vorfreude und dreht die Musik auf - Bonnie Tyler ertönt aus dem Radio.

Fokus wieder aufs Hier und Jetzt. Ich wische die schweren Gedanken bei Seite und konzentriere mich wieder auf das Wesentliche. Ankommen, Langsam erscheinen die Gebäude auch wieder familiär und man erkennt die ersten Shops, Bars und Aussichtspunkte, die man hier in den vergangenen Jahren besucht hat.

Schöne Erinnerungen, Beschissene Kulisse

Nun steuern wir auch auf den Maidan in voller Pracht zu. Sinnbild der Ukrainischen Seele und des damit verbundenen Leidenswegs. Dahinter unser Hotel. Endlich angekommen!

Ich freue mich und bin erleichtert, ein Stück Zuhause im Krieg.