Die Gefahr des Doomscrollings
Verlorene Zeit
Es gibt wenige Dinge, die schlimmer sind, als Zeit auf Social Media zu verlieren. Wenn ich mir aktiv vor nehme, irgendwie eine Stunde tot zu schlagen, mag es nur halb so schlimm sein. Aber wann nimmt man sich das so vor? In der Regel denke ich mir von Anfang an, dass ich eigentlich gerade ganz andere Dinge tun möchte, aber verschiebe es dann. Und so werden fünf Minuten ganz schnell zu einer Stunde. Am Ende fühle ich mich schlecht, weil ich nichts geschafft habe und mich nicht einmal wirklich erinnern kann, was ich eigentlich gesehen habe.
Die Gefahr lauert überall
Und das passiert, obwohl ich schon vor Monaten meinen Instagram-Account gelöscht habe. Aber wie sich heraus stellt ist das Problem eben nicht damit behoben, dass man sein Instagram los wird. In den letzten zwei Wochen ist mir immer wieder aufgefallen, dass ich zunehmends Zeit in der YouTube-App vergeude. Eigentlich auf der Suche nach unterhaltsamen oder lehrreichen Videos, falle ich auf die vom Algorithmus vorgeschlagenen Shorts rein. Zigfach habe ich auf “Zeige mir keine Shorts” geklickt. Dennoch kommen sie immer wieder. Und ab dem Moment, wo ich mir eines ansehe, ist die Hürde weiter zu scrollen quasi nicht mehr existent. Es ist eine Falle.
Ähnlich ergeht es mir mit Reddit. Oft finde ich wirklich spannende Beiträge in den Communities, denen ich folge. Und generell ist die Diskussionskultur dort wesentlich konstruktiver als beispielsweise in Facebook- oder Instagram-Kommentaren. Aber viel zu schnell bin ich alle Neuigkeiten durch gegangen und fange doch wieder an, durch die Vorschläge zu scrollen - Schrecklich.
Gefahr zu erkennen ist halbe Miete
Vor einem halben Jahr hatte ich den Ausweg über RSS-Feeds gefunden. Vermutlich muss ich mich selbst wieder mehr dazu bringen, News über den Feed-Reader zu lesen. Einzelnen Twitter-Accounts folge ich schließlich auch per RSS. So kann ich sicher gehen, auch nur die Beiträge zu sehen, die mich wirklich interessieren. Selbes galt für Reddit. Ich muss nur wieder dahin zurück finden. Das sollte kein Hexenwerk sein, da die Mechanismen und Apps noch eingerichtet sind.
Daher möchte ich die Gelegenheit nutzen, euch auch noch einmal dran zu erinnern, dass man selbst etwas gegen Doomscrollen tun kann und muss. Ansonsten fressen einen diese Plattformen nur auf und man bekommt schlechte Laune. Auf Mastodon hatte ich das beispielsweise noch nie. Dort ist man schnell “auf dem neusten Stand” und findet so immer “den Weg raus aus der App”.