Reparatur meiner Schreibmaschine
Über mysteriöse Wege hat eine elektrische Schreibmaschine neulich den Weg in meine “Sammlung” gefunden. Somit besitze ich neben meiner Brother-Schreibmaschine nun auch eine Elektrische von TRIUMPH-ADLER. Sie kommt mit einem Korrekturband, was natürlich wesentlich mehr Komfort beim Schreiben bietet. Bisher musste ich immer Tipp-Ex Korrektur-Papiere verwenden. Ihr Schriftbild hat mehr mit einem PC-Ausdruck in Courier New gemeinsam, als mit dem der mechanischen Schreibmaschine.
Ein großes Problem war, dass vermeintlich der elektrische Motor oder irgendetwas anderes in der Maschine sehr laut war. Zuerst nur ein Brummen - mit der Zeit aber ein richtig lautes Dröhnen. So ist das vernünftige Arbeiten nicht möglich. Vermutlich war das auch der Grund, wieso sie vor langer langer Zeit aussortiert wurde.
Meine erste Reparatur
In der Vergangenheit hatte ich schon mehrfach Wattestäbchen in Alkohol getränkt und die Mechanik von Schreibmaschinen gereinigt, damit sie auch frei von Staub (und somit funktionsfähig) blieben. In dieser Beziehung war alles, was mit Elektrik zu tun hat für mich neu. Es war ein interessanter Prozess, die Schreibmaschine auseinander zu nehmen. Am Ende sind es nur vier Schrauben, die man von unten lösen muss, bevor man dann den Griff der Walze entfernt und das komplette Oberteil anheben kann. Als ich sie in dem Zustand an den Strom hing, bemerkte ich, dass die Motoren alle funktionierten und keinen Lärm erzeugten. Die Quelle des lauten Brummens war ganz offensichtlich der Transformator. Also eigentlich ein heikles Bauteil, da dort die hohe Netzspannung in die niedrigere Spannung der Elektronik reduziert wird. Mit viel Respekt sah ich ihn mir genauer an: Offensichtlich war eine Halterung aus Plastik abgebrochen, die den Transformator eigentlich “zusammen drückt” damit er eben keine Geräusche von sich gibt.
Der Strom und sein Magnetfeld beeinflussen dıe Temperatur der Magnet-Ringe, wodurch minimale Vibrationen im Bereich der Netzfrequenz entstehen. Diese Vibrationen sind dann das störende Geräusch. Aus meiner Schublade, mit diversem Zeugs kramte ich einen Gummistopper hervor, den ich unter das Blech klemmte, dass eigentlich alles an Ort und Stelle halten soll. Mit einer Schraube brachte ich das ganze dann ein wenig unter Spannung und montierte alles.
Nun ist die Schreibmaschine so still, wie ich sie noch nie hatte. Vom Feelıng her würde ich sagen ist sie wie neu, abgesehen von einer Stelle, an der sich das Gehäuse mit der Zeit verfärbt hat. Aber das kann ich bei Zeiten sicherlich auch noch angehen. Ich verbleibe also vorerst bei dem Schreibmaschinen-Wahn.