Ich habe mir eine PeerTube Instanz eingerichtet

Ausgangslage

Seit Jahren betreibe ich einen YouTube-Kanal, auf dem ich mehr oder weniger regelmäßig Videos veröffentlichte. Seit fast drei Jahren ist es dort aber sehr ruhig geworden. Vielleicht werde ich das in Zukunft noch mal wieder angehen. Im Rahmen meiner Reise durchs Fediverse bin ich auch auf PeerTube gestoßen. Kurz überflog ich den Wikipedia-Artikel bevor ich direkt eine (noch) Test-Instanz aufsetzte.

Videos

Aktuell erkunde ich immer mehr das Fediverse und nutze Mastodon täglich. Einige große Dienste der großen Tech-Konzerne wie Meta oder Snapchat konnte ich bereits los werden, wie ich neulich schrieb. Bezüglich YouTube muss ich zugeben, dass ich nicht sehe, davon auf Dauer weg zu kommen. Dennoch kann ich damit beginnen zusätzliche Alternativen zu nutzen. Dafür hätte ich mir auch einfach einen Account auf einer existierenden PeerTube-Instanz anlegen können. Allerdings kenne ich die Betreiber nicht und kann daher nicht einschätzen, ob die Instanz in wenigen Wochen nicht vielleicht wieder gelöscht wurde. Zudem weiß ich auch nicht, wie hart die Moderation auf anderen PeerTube-Instanzen reguliert ist: Klar, es gibt den Abschnitt, in dem die jeweiligen Richtlinien angegeben sind, wie sehr der Admin diese aber durchsetzt, steht auf einem anderen Blatt. Gerechterweise muss man aber auch sagen, dass man das bei YouTube auch nicht wirklich einschätzen kann.

Einrichtung

Ich mag Docker. Dennoch habe ich mich (bei zum Beispiel Mastodon) dafür entschieden, nicht auf die Virtualisierung zu setzen und es direkt vom Source im Hostsystem eingerichtet. Vermutlich hat mich das aber auch so sehr abgeschreckt, dass ich für PeerTube wieder gedockert unterwegs sein wollte. Außerdem bietet Docker die Möglichkeit, “mal eben” einen Container zu starten, den man schnell einrichten kann. Am Ende ließ ich mich davon schnell überzeugen. Und dank des Guides hatte ich innerhalb einer Stunde den Container aufgesetzt, einen Reverse Proxy eingerichtet, eine Subdomain erzeugt und das Zertifikat ausstellen lassen. Ich war echt überrascht, wie schnell es ging.

Am längsten brauchte ich letztendlich für die Anmeldung als Admin. Die Zugangsdaten hatte ich mehrfach neu generieren lassen, allerdings wurden sie nie akzeptiert. Für die Einrichtung der PeerTube-Instanz ist das natürlich Voraussetzung. Nach kurzem Recherchieren lernte ich, dass ich für den Reverse Proxy eine weitere Zeile in die Apache-Konfig einbauen musste, damit die Credentials korrekt weiter gegeben werden.

Accounts der Instanzen

Genau wie meine Mastodon-Instanz habe ich auch hier erst einmal vor, nur einen Account (meine Haupt-Accounts) anzulegen. Sollten mich Freunde auf das Fediverse ansprechen, kann ich ihnen anbieten, einen Account auf meinen Instanzen anzulegen. Aber machen wir uns nichts vor: Das wird vermutlich nicht passieren. In der Regel geht man dann ja doch zu mastodon.social, auch wenn das am Ende der Dezentralität etwas entgegen steht.

Inhalte auf meiner Instanz

Da ich (erstmal) nur meinen eigenen Account auf der Instanz betreiben will, habe ich dort all meine YouTube-Videos hochgeladen. Sollte ich in Zukunft wieder damit anfangen Videos zu drehen, werde ich sie auch dort veröffentlichen. Gleichzeitig gehe ich nicht davon aus, dass es dort bessere zahlenBesucher geben wird, da das ohnehin auf YouTube auch schon sehr wenige sind - aber immerhin gibt es welche.

Kein 24/7 Betrieb

Da Videos sehr viel Speicherplatz einnehmen, habe ich die Instanz nicht auf einem Hetzner-Server eingerichtet. Speicher dort ist gar nicht mal so billig. Viel mehr habe ich mein HomeLab, also den “Server” Zuhause unter meinem Schreibtisch genutzt - Daher auch der Reverse Proxy. In der Kiste stecken ein paar Terrabyte Speicher, allerdings kostet es mich dort natürlich Strom. Aus dem Grund läuft der Server nicht 24/7, sondern nur zwischen 11 Uhr und Mitternacht. Ich denke, dass Morgens um drei Uhr niemand meine Videos auf PeerTube vermissen wird.

In den kommenden Tagen und Wochen werde ich also meine ersten Schritte mit PeerTube machen. Vor allem das Föderieren mit anderen Instanzen wird noch einmal ganz neues Leben in diese neue Welt für mich bringen. Vielleicht erzähle ich dann ja noch mal von meinen Erfahrungen.