Homeoffice

Autor: Marius Timmer

In der vergangenen Woche wurde eine E-Mail vom Rektor der Universität an alle Mitarbeiter geschickt, in der darum gebeten wird, (wenn möglich) auf Homeoffice umzusteigen. Inzwischen sind auch alle Einrichtungen der Universität für nicht-Mitarbeiter geschlossen und große Warnschilder wurden ausgehangen. So kam es, dass ich also (wie auch viele andere) das erste mal in meinem Leben Home office mache.

Bisher hätte ich jeder Zeit die Möglichkeit gehabt, bis zu zehn Tage im Jahr von Zuhause aus zu arbeiten. Allerdings schreckte ich davor bisher zurück, weil ich genau weiß, wie leicht ich mich ablenken lasse und wie schnell die Arbeit auf der Strecke bleiben würde. Natürlich spielte ich immer wieder mit der Idee, weil es sicherlich auch ganz nett ist, von zuhause aus im Pyjama zu arbeiten. Alleine schon die Zeitersparnis von einer Stunde am Tag durch das Wegfallen des Arbeitsweges war immer sehr attraktiv. Und nun ist es soweit: Ich befinde mich im Home office, habe meine dienstliche Telefonnummer auf mein privates Festnetz bzw. Handy umgeleitet und stehe in ständigem Austausch mit allen Kollegen.

Während die Welt da draußen also langsam an Corona zugrunde geht, sitze ich Zuhause und mache meine Arbeit. Ich muss übrigens sagen, dass ich das Wort “Telearbeit” viel schöner finde, und es auch nicht schlecht fände, wenn sich diese Bezeichnung durchsetzen würde. Ich mag einfach diese eingedeutschten Wörter, die immer diesen leichten Retro-Style haben. Es ist auf jeden Fall eine ganz andere Art zu arbeiten (wer hätte das gedacht), denn ich kann Vor- aber auch Nachteile sehen. So beschränkt sich zum Beispiel alles Soziale derzeit auf Chat-Programme und Telefonkonferenzen. Anfangs war mein größtes Pproblem allerdings ganz anderer Natur: Als Administrator muss man auf viele Server zugreifen können. Wenn man dann allerdings von einer anderen IP-Adresse aus oder sogar ganz ohne Token versucht, auf irgendetwas zuzugreifen, muss man feststellen, dass das gar nicht mal so einfach geht. Und mit “gar nicht mal so einfach” meine ich: Überhaupt nicht. Also musste ich trotz Telearbeit hin und her pendeln um Zugrif auf meinen Arbeitsplatzrechner zu bekommen und mein e-Token abzuholen. Inzwischen geht das wieder alles einigermaßen, aber es ist hin und wieder doch noch “holprig”.

Auf jeden Fall bin ich echt froh, einen Beruf zu haben, in dem man relativ einfach alles auf den Kopf stellen kann und von Zuhause arbeiten kann, oder auch von jedem anderen Ort der Welt mit Internet und einem “sicheren” Endgerät. Auch wenn das Wort “sicher” natürlich immer ziemlich relativ ist.

Die Zukunft

Auf diese Art zu arbeiten ist in jedem Fall etwas, an das ich mich gewöhnen würde, auch wenn dieser Zustand voraussichtlich nur vier Wochen so weiter laufen soll. Wenn man allerdings bedenkt, wie sehr sich unser Leben in den vergangenen ein bis zwei Wochen verändert hat, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sich in vier Wochen alles noch viel mehr verändert hat. Daher bin ich sehr gespannt auf die kommenden Tage und Wochen. Und auch, wenn das eigentlich so eine hohle Phrase ist, finde ich dass wir in einer sehr interessanten Zeit leben.

Sicherlich hat sich auch einiges bei euch verändert. Ihr könnt mir ja schreiben, was sich für euch durch die Maßnahmen gegen Corona geändert hat und ich kann es hier posten. Bleibt gesund und bis bald.