Bloggen mit der Schreibmaschine
Neue Farbe aus dem Schreibwarenladen
Per Zufall kam ich letzte Woche mal wieder in einen Schreibwarenladen. Obwohl ich selber eigentlich nur Begleitung war und nichts brauchte, hatte ich beim Verlassen des Ladens meine Hände voll. Unter Anderem kaufte ich mir ein neues Notizbuch, weil ich es manchmal echt liebe, meine Gedanken nicht am Computer zu tippen, sondern noch ganz klassisch handschriftlich zu notieren. Auch so überlebenswichtige Utensilien wie Ringlochverstärker waren dabei, weil ich einige Dokumente besitze, die schon älter als die Zeit selbst sind und nicht weiter reißen sollten.
Überrascht war ich aber, als ich die Verkäuferin nach Tinten-Bändern für Schreibmaschinen fragte. Ich ging davon aus, ein Lachen als Antwort zu bekommen. Die Verkäuferin machte sich stattdessen schnurstracks auf den Weg zu einem Regal, suchte kurz und reichte mir tatsächlich ein Tintenband - damit hatte ich nicht gerechnet. Dann frug sie, ob die wohl passen würden. Welche Bänder genau die richtigen sind, hatte ich nicht mehr im Kopf. Allerdings wusste ich, dass ich Nylon-Bänder brauchen würde. Die lagen direkt daneben - womit ich ebenfalls nicht gerechnet hatte.
Unterschiede zum alten Farbband
Aktuell hatte meine Schreibmaschine zwar noch ein Farbband eingelegt, allerdings war das schon in Nutzung, als ich sie vor Jahren gekauft hatte. Anzeichen von ausgetrockneter Farbe hatte ich auch schon festgestellt. Im Gegensatz zum neuen Band hatte das alte sogar zwei Farben, was es mir ermöglicht hatte, neben schwarz auch in rot zu schreiben. Das war aber immer eher eine nette Spielerei, die ich fast nie benutzt habe. Daher finde ich es nun auch überhaupt nicht schlimm, dass “beide” Farben des neuen Bandes schwarz sind. Wenn ich am Ende des Farbbandes angekommen sein werde, kann ich einfach wieder von vorne beginnen - dann halt mit der “zweiten Farbe”. Zusätzlich lässt sich so ein Nylon-Band ja auch ohnehin zwei mal verwenden.
Schreibmaschinen-Dokumente digitalisieren
Gepackt vom Eifer habe ich Zuhause direkt begonnen, wie wild drauf los zu schreiben. Dabei entstanden auch einige Texte (so wie dieser hier), den ich im Anschluss in meinen fast dreißig Jahre alten Scanner stecken werde, um ihn mit 120DPI zu digitalisieren und am Ende mit einer OCR-Software den Text zu extrahieren. Ich muss zugeben, dass das wohl einer der aufwändigsten Workflows ist, aber irgendwie ist es (noch) lustig. Im Übrigen bietet mir das die Möglichkeit, Beiträge offline zu schreiben und so weniger abgelenkt zu sein. Außerdem habe ich auf diese Weise von meinen Beiträgen noch immer einen Entwurf auf Papier. Völlig unnötig - keine Frage - aber lustig. Meine Schreibmaschine läuft seit dem schon wieder heiß.