Einbruch ins Auto

Autor: Marius Timmer

Die Story

Die folgende Story ist Inzwischen schon fünf Wochen her. Dennoch regt es mich nach wie vor genau so sehr auf wie “damals": Ende April ging ich morgens zu meinem Auto um eben Brötchen zu holen. Direkt bemerkte ich, dass die Fahrertür gar nicht richtig im Schloss war. “Komisch”, dachte ich mir noch, da ich mein Auto doch immer abschließe: “Wie konnte ich mein Auto abschließen, wobei die Tür gar nicht richtig zu war?". Außerdem war meine Scheibe runter gekurbelt. Ich muss am Vorabend wohl sehr hastig aus dem Auto gestürmt sein, ohne die Tür oder das Fenster zu zu machen. Das Interessante dabei ist nur: Ich konnte mich nicht daran erinnern, das Auto so hinterlassen zu haben. Schnell machte ich Licht und Radio an um zu prüfen, ob die Batterie durch das Licht, welches bei offener Tür leuchtet, leer gezogen war. Das Licht ging ganz normal an. Aber dort, wo eigentlich mein Radio hing, war nur noch ein großes Loch. Jemand hatte mir mein Radio gestohlen.

Ich sah mich im Auto um, um herauszufinden, was noch fehlte. Neben dem eingebauten Radio hatte man mir auch mein original-Radio, einen Raspberry Pi, einen Alukoffer, sämtliche Handy-Ladekabel, das Überbrückungskabel, den Radkreuzschlüssel und eine Olympus-Kamera gestohlen. Ein Großteil dieser Gegenstände waren zuvor im Kofferraum gewesen. Bis heute weiß ich nicht, wie die Einbrecher an den Kofferraum gelangt waren. Da sich der Tank des Fahrzeugs in der Rücksitzbank befindet, lässt sich diese auch nicht umklappen. Denn wie sie in den Fahrerraum gelangt waren war hingegen einfacher: Von Außen kann man die Fenster “einfach” herunter ziehen. Wenn das Fenster dann einen Spalt weit geöffnet ist, kann man einfach mit dem Arm oder sonst auch einem Draht den Knopf hoch ziehen und schon ist die Tür entriegelt.

Als ich bei der örtlichen Polizei anrief, ging die ersten male niemand ans Telefon. Ich war froh, dass es kein dringenderNotfall war, bei dem ich darauf angewiesen war. Denn wenn man bei der Polizei anruft und niemand geht ran, ist das schon unberuhigend. Also sah ich mich tatsächlich genötigt den Notruf 110 für diesen Zweck zu misbrauchen. Auch wenn dieser Anruf zur selben Polizeiwache (in Steinfurt) umgeleitet wird, meldete sich dieses mal jemand am anderen Ende. Die Leitung war wohl höher priorisiert - oh Wunder. Allerdings erzählte mir die Beamtin, dass ich doch bitte zur Wache kommen solle um vor Ort eine Anzeige aufzunehmen. Irgendwie hatte ich erwartet, dass ein Streifenwagen vorbei geschickt werden würde um Spuren aufzunehmen oder um IRDENDETWAS zu tun. Ein Autoeinbruch ist da aber wohl nicht wichtig genug.

Nachwirkungen

Wertgegenstände über Nacht im Auto zu lassen ist natürlich nicht wirklich schlau, das weiß ich auch. Man hat schließlich gelernt, bloß Nichts wertvolles dort zu lassen. Allerdings wurde mir bisher noch nie in ein Auto eingebrochen und außerdem hatte ich das echt nicht erwartet, da ich ja Zuhause geparkt hatte und nicht irgendwo an einer Landstraße im Nichts. Nun wurde ich eines Besseren belehrt. Und das kotzt mich wirklich an.

Das größte Problem bei der ganzen Sache ist, dass die Kamera nicht einmal meine eigene war, sondern der Universität, meinem Arbeitgeber gehört. Da ich sie beruflich an Studierende verleihe und ggf. berate, wollte ich mich mit ihr vertraut machen. Nach vielen Schreiben mit meiner Haftpflicht-Versicherung hat diese nun aber zumindest den Zeitwert der Kamera noch übernommen. Zum Glück, schließlich ist der Neupreis fast ein ganzes Netto-Monatsgehalt von mir. Meine Haftpflicht-Versicherung hat sich auf jeden Fall schon (mehrfach) bezahlt gemacht. Kann ich euch auch nur zu raten, vor allem, weil die meistens nur knapp sech Euro im Monat kosten.

Inzwischen achte ich bei jedem Verlassen meines Autos darauf, dass alle Schlösser abgeschlossen sind. Meinen Tankdeckel sichere ich auf diese Weise sowieso schon solange ich den Wagen fahre.