FinFisher gegen Netzpolitik

Autor: Marius Timmer

Was ist ein FinFisher?

FinFisher (FinFisher GmbH) ist der Name einer Software-Firma, die beispielsweise auch die gleichnamige Spionagesoftware FinFisher geschrieben hat und vermarktet. Interessant ist diese Firma, da sie beispielsweise den Staatstrojaner für das BKA entwickelt hat aber auch andere Spionage-Tools im Ausland u.A. für die Türkei einsetzt. Dafür wurde das Unternehmen auch schon mehrfach öffentlich kritisiert, eine Reaktion darauf gibt es aber (logischer weise) nicht darauf.

Unterlassungserklärung für Netzpolitik.org

Spätestens seit #Landesverrat ist Netzpolitik, was ursprünglich als Blog begonnen hatte, relativ bekannt geworden. In den großen Medien hat man danach leider nicht mehr so viel von ihnen mit bekommen, obwohl sie noch immer gute Arbeit leisten und als geheim eingestufte Dokumente veröffentlichen. Oft denke ich mir, dass einige Artikel viel mehr Aufmerksamkeit erlangen sollten. Seit langer Zeit berichtet Netzpolitik dabei auch schon über den deutschen Staatstrojaner und besagte Herstellerfirma FinFisher. Ein vor knapp einem Monat veröffentlichter Artikel gefiel FinFisher wohl nicht so recht, weswegen sie eine Unterlassungserklärung auf den Weg brachten. Auch wenn Netzpolitik das so nicht akzeptiert, droht wohl eine einstweilige Verfügung zu kommen, weswegen der besagte Artikel vorsorglich offline genommen wurde.

Meine Hoffnung

Ich finde es sehr schade, dass der Artikel nicht mehr verfügbar ist, da er mich jetzt um so mehr interessiert. Andererseits kann ich es natürlich verstehen, dass die Betreiber von Netzpolitik sich selber absichern/schützen möchten. Meine Hoffnung ist es, dass die Anwälte die ganze Angelegenheit am Ende vor Gericht klären können (auch wenn es teuer wird und die Anwälte durch Spenden finanziert werden) und der Artikel doch wieder freigegeben werden muss. Hin und wieder sollen ja doch noch gute Dinge geschehen. Die Glyphosat-Dokumente, die aufgrund von Copyright-Ansprüchen zuerst geheim gehalten werden konnten, mussten am Ende schließlich doch wieder frei gegeben werden.